5. September 2014

Wahnsinn


12. Juni 2014

Los geht's. / Schland.


19. Mai 2014

Frühling


31. Dezember 2013

30. November 2013

balancing wolf / owling


25. November 2013

Fragmente einer Sprache der Liebe

/
Neuerdings lungern frühabends picklige Pubertierende in Horden aufer Kurfürstenstraße rum. Feixen und grölen schmalzbackig den Huren hinterher. Romantisch ist das auch nicht.

9. November 2013

balancing wolf


2. November 2013

balancing wolf


14. Oktober 2013

Herbst

von Wolf Klein


Herbst.
Die Bäume schmeißen mit Blättern
nach mir.


6. Oktober 2013

balancing wolf

Am 6. Oktober 1913 wurde Meret Oppenheim in Charlottenburg geboren.

24. September 2013

Scheiß Überwachungsstaat / unter Generalverdacht

Heute große Fahrscheinkontrolle im U-Bahnhof Wittenbergplatz. Mit Hunden und fünfzig Uniformierten auf den Bahnsteigen. Und dann wollte der Typ nicht glauben, dass meine Fahrkarte echt ist. Weil der Stempel so dick sei und so deutlich lesbar. Dann musste allen Ernstes ein Experte kommen und den Zettel mit einer Lupe untersuchen. Der hat mir dann bestätigt, dass meine Fahrkarte zweifelsfrei nicht gefälscht sei. Was für mich nun auch keine Neuigkeit war. Das Abstempelding sei wohl ganz frisch mit Farbe befüllt worden. Dann kamen noch zwei Kollegen, sie so einen Fahrschein auch mal gerne sehen wollten. Die ham'se auch nicht alle.

7. September 2013

Fragmente einer Sprache der Liebe

Vorhin im Park.
Ein Junge (ca. 8 Jahre) zu einem Mädchen (ca. 12 Jahre):
"Ich reiß' Dir die Titten ab!"

25. August 2013

Freiheit für den Regenbogen!


21. August 2013

Existenz / Gruppenausstellung mit balancing wolf


Existenzsicherungsmodelle oder von der Kunst zu leben 
Labor Neukölln 3: Galerie R31 zu Gast in der Galerie im Saalbau,
Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin

Eröffnung Freitag, 09.08.2013, 18 Uhr
Ausstellung bis 08.09.2013, Di–So 10–20 Uhr

Existenzsicherung wird erst einmal mit finanziellen Dingen in Verbindung gebracht, da Existenz im alltäglichen Sprachgebrauch die wirtschaftliche Lebensgrundlage eines Menschen bezeichnet. Jedoch steht Existenz im Ursprung des Wortes (lat. existentia – Bestehen, Dasein) für das menschliche Dasein und das materielle oder ideelle Vorhandensein eines Dinges. Die Frage nach der Existenz ist also die Frage was die Wirklichkeit ausmacht, die Frage nach der Grundlage des Lebens und dem Lebensinhalt. Wie versichern wir uns unserer Existenz als Menschen, der Ordnung der Welt und dem Universum an sich?

Für die Ausstellung der Reihe „Labor Neukölln“ werden die Kunstwerke – Malerei, Zeichnungen, Videos, Fotografien und Objekte – in einer Art Wunderkammer zusammengebracht. Die Künstlerinnen zeigen unterschiedliche Versuche mit grundsätzlichen Fragen der Existenz umzugehen. Vielleicht nicht auf den ersten Blick sichtbar geht um Persönliches, Soziales und Politisches, eben um das alltägliche Leben. „Existenzsicherungsmodelle“ knüpft damit an frühere Gemeinschaftsausstellungen der Galerie R31 an, die sich im weiteren Sinn mit dem Thema „Kunst und Alltag“ auseinander setzen. Das Interesse gilt nicht nur den einzelnen Kunstwerken und künstlerischen Positionen, sondern mit der Hängung und Setzung im Raum auch der Gestaltung als künstlerische Inszenierung. Die Ausstellung lädt zum Sich-Wundern, zur Suche nach Erkenntnis und Möglichkeiten der Deutung ein. Die Verwunderung des Kunst-Betrachters trifft auf das Wunderliche der betrachteten Kunst.

Beteiligte KünstlerInnen: Julia Beck, Klaus Bortoluzzi, Beate Daniel, Andreas Haltermann, Wolf Klein, Mehdi Majd-Amin, Denise S. Puri, Daniel Wenk, Harriet Wolff, Barbara Wrede

(Text: Galerie R31)
(Foto: Biegel)

12. August 2013

balancing wolf / Danke für die Blumen!

Schön war's!
Sehr schön!

3. August 2013

balancing wolf


26. Juli 2013

balancing wolf - verschlüsselt


23. Juli 2013

pink tuesday


15. Juli 2013

20. Juni 2013

Mein Leben als freundlicher Blumenwolf



Was ich schon immer mal wollte: Bei 38 Grad mit'm Rollkoffer durch die Kurfürstenstraße und mich fühlen wie ein zu alter spanischer Touri.

Und dann im klimatisierten M85 auf 55 Grad klimatisiert mit neun mittelalten Schwaben, die auf'm Weg zum Reichstag sind, "um die Kubbl zu besischdigge."

Dann endlich am Hauptbahnhof der Hauptstadt. Mein Zug nach Westdeutschland fällt aus. Steht auf der Anzeigetafel. Wegen Hochwasser. Hochwasser?? Das war doch letzte Woche. Inzwischen war der Präsident von Amerika da, hat die Hauptstadt lahmgelegt, seine Jacke ausgezogen und ist auch schon wieder weg. An dieses dusselige Hochwasser hab' ich gar nicht mehr gedacht.

Ich darf mit meiner Fahrkarte einen anderen Zug nehmen, sagt das Servicepersonal. ICE 846 um 15:47 ab Berlin Hauptbahnhof. Umleitung über Magdeburg. Da sieht's immer noch aus wie früher im Osten.

Draußen auf den Wiesen und Feldern die Elbe.

In Magdeburg steigt Petra ein. Sitzt auf dem Sitz vor mir. Telefoniert.

"Hier ist Petra, hallo! Ich wollte mal hören, wie's Deinem Pferd geht. ... Ich bin noch unterwegs, ich erlebe heute mal wieder Pleiten, Pech und Pannen mit der Deutschen Bahn. Heute Mittag schon ein Zug, in dem die Klimaanlage ausgefallen ist, dann standen wir erstmal und haben geölt 'ne halbe Stunde, dann hieß es, er fällt ganz aus. Der hier wurde jetzt umgeleitet über Magdeburg und soll fahren nach Hamm - mal sehen. Das dauert dann über eine Stunde länger. ... Dann mach's gut und bis die Tage, ne! Tschö."

"Den Bahnhof Braunschweig erreichen wir voraussichtlich um 18.05 Uhr."

Nach Braunschweig wollte ich überhaupt nicht. Niemand will nach Braunschweig. Braunschweig sieht auch aus wie früher im Osten.

Kurz hinter Braunschweig wird der Himmel dunkel, ein paar dicke Regentropfen. Nicht das langangekündigte Gewitter.

Petra randaliert beim Zugbegleiter, weil das Internet nicht funktioniert.

"Ist hier keine Internetverbindung?"

"Nein, auf dieser Strecke leider nicht."

"Zwischen Berlin und Hannover?!?"

"Unser Zug ist doch umgeleitet. Wir fahren doch eine ganz andere Strecke."

Petra telefoniert.

"... Ich war ja die ganze Zeit im gefühlten Raum. Am Montag bin ich ja nach Dresden gefahren und da hatte der Zug eineinhalb Stunden Verspätung. Und am Dienstag dann nach Berlin. Und da war der Obama ja in der Stadt, da war ja alles dicht. ... Und gestern nochmal in Dresden. Die ganzen Elbwiesen waren braun und stanken wie Hulle, weil das Wasser ja gerade erst weg ist. ... Nein, da bauen'se noch, Du meinst die Brücke, wegen der se ja das Weltkulturerbe verlieren. Aber um die Frauenkirche rum, das war schon beeindruckend, das muss ich ja sagen, vor fünf Jahren, als ich mit Jutta da war, war das noch nicht so."

Dann erzählt Petra wieder ihre Erlebnisse mit den Zügen und den Verspätungen und der ausgefallenen Klimaanlage.

"... Ich hoff' mal, dass ich irgendwie heute noch nach Hause komme. Hier regnet's jetzt inzwischen auch. Ich hab' vorhin mal mit Alexandra gesprochen, die hat das Pferdchen ja da stehen, da hab' ich mal gefragt, wie's dem geht. Und wie geht's der Mama? Ja, mach's gut. Dann telefonieren wir nochmal."

Hannover erreichen wir mit 71 Minuten Verspätung. Mit einem Zug, in dem ich eigentlich gar nicht sitzen sollte. Die Klimaanlage funktioniert.

Hannover sieht auch scheiße aus. Die "Ernst August Galerie" von hinten.

Petra will vom Zugbegleiter wissen, wie sie von Hamm nach Münster kommt. Der Zugbegleiter weiß das auch nicht.

"Das kann ich Ihnen im Moment nicht sagen. Aber ich muss auch nach Münster, ich hab' dort mein Auto stehen."

"Sie haben dort Ihr Auto stehen, das ist ja schön für Sie, nützt mir jetzt aber auch nix, ich hab' dort mein Fahrrad stehen", sagt Petra.

"Doch. Sie können sich einfach an mich halten, dann kommen Sie heute auch noch nach Münster."

19.31 Uhr. Wir halten in Bielefeld. Das gibt's ja gar nicht.

Draußen scheint die Sonne. Im Zug isses inzwischen arschkalt.

20.15 Uhr. Petra steigt in Hamm aus. "In Hamm wird unser Zug geteilt."

20.35 Uhr. Dortmund Hauptbahnhof. Verwirrend: Obwohl der Zug 86 Minuten Verspätung hat, komme ich nur 47 Minuten später in Dortmund an. Das liegt daran, dass ich einen schnelleren Zug genommen habe, der langsamer fährt. Das ist fast wie bei Woody Allen, der überlegt, sich in Paris umzubringen. "Wenn ich die Concorde nehme, mit der Zeitverschiebung, dann lebe ich noch in New York und bin schon sechs Stunden tot in Paris." Oder so ähnlich.

15. Juni 2013

Man glaubt's ja nicht. / der Widerstand des Materials



Seit vielen Jahren benutze ich zur Herstellung der coolen original Blumenladen Schnittblumen den Gartendraht, verzinkt, in der Stärke 1,4 mm. Das habe ich langwierig getestet, das hat sich bewährt. Seit Jahren. Nicht 0,8 mm, nicht 1,2 mm, nicht 1,8 mm, nicht 2,4 mm. 1,2 mm ist zu labbrig, 1,8 mm ist zu dick. Und die anderen scheiden sowieso aus.

Diese Woche war ich im Bauhaus in Schöneberg, um Nachschub zu besorgen für die Schnittblumenproduktion. Da hing rollenweise der Draht rum. In den Stärken 0,8 mm, 1,2 mm, 1,8 mm und 2,4 mm. Keine einzige Rolle der Stärke 1,4 mm. Ich habe mehrfach nachgeschaut, alle Rollen angefasst und gedacht: "Die ham'se doch nicht alle, die wollen mich doch verarschen. Es kann doch nicht ausgerechnet und ausschließlich der Draht in 1,4 mm fehlen." Er fehlte. Ich bin wieder gegangen. Ich habe keinen Bauhaus-Mitarbeiter gefragt. Die oberste Regel lautet: Frage niemals einen Bauhaus-Mitarbeiter irgendwas, wenn du weiterhin an den Menschen als Krone der Schöpfung glauben möchtest.

Heute bin ich zum Bauhaus nach Neukölln gefahren. In der Gartenabteilung jede Menge Gartendraht, verzinkt, in den Stärken 0,8 mm, 1,2 mm, 1,8 mm und 2,4 mm. Keine einzige Rolle Draht in 1,4 mm. "Das kann nicht sein", gedacht. "Die wollen mich verarschen", gedacht. Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet und ausschließlich diese einzige Stärke fehlt. Das ergibt doch keinen Sinn, man nimmt doch nicht eine einzige Stärke Draht aus'm Sortiment. Und warum ausgerechnet 1,4 mm? Warum nicht 1,2 oder 1,8 mm? Was ist denn an 1,4 mm so verkehrt? Ich hab' den immer gerne gekauft. Da lässt sich doch nun gar keine logische Begründung für finden. "Die ham'se doch nicht alle", gedacht und wieder gegangen. Ohne Draht.

Dann bin ich zum Bauhaus nach Tempelhof gefahren. Warum ich es nicht mit einem anderen Baumarkt probiert habe? Weil's hier weit und breit in Radfahrentfernung keine andere Baumarkt-Kette gibt. Der Hellweg in meiner Nachbarschaft wird ja erst gebaut. Und was weiß ich, ob Hellweg überhaupt irgendeinen Gartendraht hat. Ich kaufe meinen Gartendraht seit Jahren bei Bauhaus. Das war immer problemlos, das hat sich bewährt. Der Draht war ja auch immer da. Das ist ja auch nichts Besonderes. Gartendraht, verzinkt, Stärke 1,4 mm. Wie soll man auf die Idee kommen, dass der plötzlich fehlt.

In der großen Gartenabteilung im Bauhaus in Tempelhof hing der Gartendraht, verzinkt, ja auch. Nur nicht in der Stärke 1,4 mm. Alle Stärken rollenweise vorhanden: 0,8 mm, 1,2 mm, 1,8 mm und 2,4 mm. Keine einzige Rolle in 1,4 mm.

Und in allen drei Märkten gab's auch kein leeres Fach für 1,4 mm. Das war vielleicht noch das Schlimmste daran. Es gab überhaupt keinen Hinweis oder Beweis, dass es Gartendraht, verzinkt, in 1,4 mm überhaupt jemals gegeben hatte. Was tu' ich denn, wenn ich jetzt einen Mitarbeiter frage, und der sagt: "1,4 mm? Den hatten wir noch nie! Den gibt's überhaupt gar nicht!"

Ich hätte gar keine Möglichkeit. Ich könnte schimpfen, alle Regale runterreißen und eingeliefert werden. Doch ich könnte ihnen niemals beweisen, dass es den Gartendraht, verzinkt, in 1,4 mm jemals gab. Sie haben alle Hinweise verschwinden lassen, sie haben alle Spuren beseitigt. Ich würde in einem weißen Kittel in einer Zelle sitzen und mich einpinkeln. Und sie hätten gewonnen.

Auch deshalb sollte man niemals einen Bauhaus-Mitarbeiter nach irgendwas fragen. Weil man nicht entmündigt und vollgepisst in einer Zelle enden möchte.

Ich bin dann zur Information in der Gartenabteilung gegangen und habe den Mitarbeiter gefragt, was denn mit dem Gartendraht, verzinkt, 1,4 mm, los sei. In der Hand eine Rolle Gartendraht, verzinkt, Stärke 1,8 mm.

"Entschuldigung! Dieser Draht in der Stärke 1,4 mm? Gibt's den nicht mehr?"

Er guckt blöd.

"Dieser Draht!" Mit der Hand wedelnd. "In der Stärke 1,4 mm? Den hatten Sie immer. Ist der aus'm Sortiment genommen?"

"Ähm. Okay. Ich schaue mal im Computer."

Er schaut im Computer.

"1,4 mm. Der ist da. Der muss dort hängen. Wenn er nicht dort hängt, fragen Sie doch mal den Kollegen, der sich in der Abteilung auskennt."

Ich bin wieder zum Gartendraht gegangen. Ich habe nochmal geschaut, obwohl ich genau wusste, dass da keine Rolle in 1,4 mm hängt. Aber ich war ja schonmal froh, dass ich nicht eingeliefert wurde. Bloß keine Eskalation. Gartendraht, verzinkt, in 0,8 mm, 1,2 mm, 1,8 mm und 2,4 mm. Keine Rolle in 1,4 mm.

Zwischen den Regalen bei den Gartengeräten habe ich dann einen weiteren Mitarbeiter gefunden. Und ich hatte in der Hand noch immer eine Rolle Gartendraht, verzinkt, in der Stärke 1,8 mm.

"Entschuldigung, sind Sie der Kollege, der sich hier in der Abteilung auskennt?"

"Ja."

"Dieser Draht in der Stärke 1,4 mm? Ist der weg?"

Er guckt irgendwie. Irgendwie fragend.

"Es gab diesen Draht immer in 1,4 mm!"

"Wenn dort keiner hängt, ist keiner da."

"Der Kollege am Computer sagt, im Computer steht er. Aber dort hängt keiner. Ich bin jetzt im dritten Bauhaus und überall fehlt nur der Draht in der Stärke 1,4 mm."

"Ach, das hat dann mit der Umstellung zu tun, dann ist der noch nicht da."

Der Mitarbeiter hat mir dann erklärt, dass das Sortiment für Gartendraht weltweit auf eine andere Marke umgestellt werde und dann sei wohl diese Stärke noch nicht eingetroffen. Ich habe ihn dann noch zwei Mal gefragt und er hat mir noch zwei Mal ganz sicher versichert, dass es auf jeden Fall ganz sicher diesen Draht in 1,4 mm wieder geben werde. Das hat mich sehr gefreut.

Ich habe dann fünf Rollen Gartendraht, grün, plastikummantelt, in der Stärke 2,0 mm gekauft.

Und deshalb wird es jetzt die coolen original Blumenladen Schnittblumen vom freundlichen Blumenwolf bei BLOWIN' FREE ganz neu und exklusiv mit grünem Stängel geben. Das sieht ja auch viel besser aus.

(Auf dem Weg zur Kasse durch die Tapeten-Abteilung bin ich Manuel "die Ente" Neuer begegnet. Der steht dort als Papp-Aufsteller und macht Werbung für Tapetenkleister. "Der hält!" Das ist lustig.)


14. Juni 2013

Westpark am Gleisdreieck / Schönschwatz

Westpark am Gleisdreieck / Planungssicherheit

Jetzt ist er da - der nagelneue Westpark am Gleisdreieck. Endlich. Was freu ich mich. Wie schön, dass er da ist. Er hat das Lebensgefühl enorm verändert - hier im hinteren Teil der Kurfürstenstraße. Eine neue Lebendigkeit. Es wimmelt, Menschen laufen in der Sonne. Eine neue Achse ist entstanden, eine Offenheit, das Qi fließt frei in alle vier Himmelsrichtungen. Vorher war hier das gefühlte Ende der Welt, jetzt ist es der Eingang zum Park. Das ist sehr schön. Ich habe lange darauf gewartet. Und ich bin zur feierlichen Einweihung des Westparks gegangen. Vor zwei Wochen. Alle waren herzlich eingeladen und alle waren gekommen, der Herr Senator, die Planer, die Ausführenden und die Bezirkspolitiker und -innen. Es wurde geredet, es wurde gedankt, es wurde gelobt. Wie toll alles gelaufen ist, wie super, wie gut. Und es wurde so widerlich gelogen, dass selbst der Wettergott kotzen musste. Und der bräsige grüne Bezirksbürgermeister aus dem Nachbarkiez entblödete sich nicht, seine "liebe Kollegin aus Schöneberg" zu ermahnen, sie möge doch bitte dafür sorgen, dass in ihrem Teil des Parks nicht so viel randaliert würde, dann werde es sicherlich eine gute Nachbarschaft geben. Die volvofahrende Bürgerlichkeit in Kreuzberg fürchtet sich vor den Elenden der Kurfürstenstraße.

Der Park ist lieblos geplant, fehlerhaft konzipiert und schlampig gebaut worden. Es wird gebastelt, geflickt und nachgebessert. Und nach der großen Eröffnung wurden die Bauzäune wieder aufgestellt. Man hat ganz plötzlich entdeckt, dass sich eine dämliche Stolperfalle durch die Längsachse zieht. Das ist so blöd wie ärgerlich.

Schön, dass es überhaupt einen Park gibt. Ich freu mich.

13. Juni 2013

Ai Weiwei, Anett Frontzek und der freundliche Blumenwolf / "Wolle Blume kaufen?"

am 22. Juni 2013 in Oberhausen

Das Künstlerhaus Dortmund ist in diesem Jahr im Rahmen von BLOWIN' FREE, dem Containerdorf der KunstVereineRuhr, an der EMSCHERKUNST.2013 in Oberhausen beteiligt.

Am Samstag, den 22. Juni 2013, wird die EMSCHERKUNST.2013 ab 13 Uhr mit einem großen Kultur- und Familienfest in Oberhausen auf dem Gelände des Stadtsportbundes am Fuße der Rehbergerbrücke eröffnet. Dort hat das Art Camp BLOWIN' FREE der KunstVereineRuhr unter schattigen Bäumen mit seiner Containerarchitektur seinen Platz gefunden.

Den Auftakt zur Eröffnung am 22. Juni macht das Künstlerhaus Dortmund mit der neunteiligen Ausstellungreihe der Kunstvereine.

Anett Frontzek, Mitglied im Künstlerhaus Dortmund, entwickelte für den 40-Fuß großen Ausstellungscontainer die Installation EIN DUNKLER REISENDER AUF DEN TIEFEN DER NACHT.
In der Sprache der internationalen Handelsbeziehungen klänge das vielleicht so: "Dry Cargo in FEU. A site-specific installation in a forty-foot equivalent unit, production just in time." Aber Kunst ist keine Trockenladung, selten entsteht sie just in time oder ist perfekt normiert. In diesem Falle wird die Kunst allerdings versuchen, den dunklen Reisenden in seinem Inneren etwas zu erhellen.

SPECIAL GUEST zur Eröffnung, am Sa. 22.06. um 19.00 Uhr ist der freundliche Blumenhändler Wolf Klein mit seinem weltweit einzigen Blumenladen für die Fotografie der Blume und seiner Performance "Wolle Blume kaufen?" 

Beide Künstler können Sie schon am Nachmittag auf dem Gelände antreffen. Die Installation ist vom 22.6. bis zum 30.6. 2013 täglich zu sehen und zu erleben.

12. Juni 2013

balancing wolf & der Tag des Tagebuchs

"Der Schmerz, allein zu sein, ist mit nichts zu vergleichen. Er wird nur noch übertroffen von dem Schmerz gewisser Menschen, den ihnen das Wissen bereitet, daß sie für immer allein bleiben werden. Da sie den Schmerz schon früh, wahrscheinlich an jedem Tag ihres vielleicht erst kurzen oder bereits langen Lebens empfinden mußten, haben sie gelernt, auf die eiserne Faust, die ihr Herz umschließt, zu achten. Wird der Druck stärker, wissen sie wieder, daß ihnen nicht das gleiche Leben beschieden ist, wie all den anderen: sie schließen den Schmerz ein und versuchen zu atmen.

Atmen, auch das muß ich erst wieder lernen. Ich pumpe die Luft mit aller Kraft in meinen Bauch, ich puste meinen Bauch auf wie einen Ballon, um die Luft aus dem Brustkorb wieder herauszupressen. Ich darf mir Luft holen, ich muß an dem Elend, das mich erfüllt, nicht ersticken, ich darf, sage ich, leben. Wenn ich versuche zu atmen, wenn ich versuche, daß mein Körper wieder macht, was alle anderen Körper automatisch vollbringen, stöhne ich. Ich ächze unter der Anstrengung, mir Luft zu verschaffen. Oft laufen mir Tränen die Wangen herunter, manchmal verkrampft sich der ganze Leib, als ob er sich wehrte gegen diese Existenz, die ihm zugemutet wird." (T.)

4. Juni 2013

"Das Firmament blaut ewig"

Blumen für die Lebenden und die Toten.


















Häufig fragen mich Menschen: "Sagen Sie mal, Herr Klein, wieso denn Blumen?"

Na, weil Schnittblumen ausschließlich im Symbolischen zu Hause sind. Sie schützen nicht vor Regen oder Kälte, wir können sie nicht essen. Sie sind nicht notwendig für das Überleben des Körpers. Sie dienen als Zeichen. Das Zeichenhafte ist ihre Aufgabe, ihre Funktion. Liebe, Freude, Leid, Schmerz, Krankheit, Tod. Anerkennung, Dank, Erinnerung. Geburt, Hochzeit, Beerdigung. Und die Momente dazwischen. Krankenhaus und Friedhof; Eingang und Ausgang der Welt.
Rosen, Tulpen, Nelken - Symbole für die Marken unsrer Tage.
Das Grab ist sehr schön geworden.