15. November 2009

Sonntag



Es ist wieder da. Seit Freitag leuchtet es wieder. Sie hatten offenbar mal alle Platten abgeschraubt und anständig geputzt und neue Lampen reingemacht. Oder so. Jetzt strahlt es wieder weithin sichtbar über den Nachthimmel von Berlin. Heller und schöner und leuchtender und strahlender denn je. Wie ein großes, grünes Ding. Was bin ich froh.

12. November 2009

sie wollen auch ihr Plus wiederhaben! / Elend anderswo






Fotos © Marion Bührle

Auch anderswo irren die kleinen Preise heimatlos vertrieben in der Gegend umher, wie hier zum Beispiel in Nürnberg. Stefan Otteni hat sie eingesammelt und ihnen ein neues Zuhause gegeben. Und jetzt dürfen sie sogar im Theater mitspielen - in seiner neuen, gefeierten Erfolgsinszenierung Die Kontrakte des Kaufmanns. Sie ficken auf der Bühne, streiten und kloppen sich um die kleinen Zahlen. Was man halt so macht im Leben. Es muss ganz doll sein, ich will da hin!

Die Kontrakte des Kaufmanns / Eine Wirtschaftskomödie von Elfriede Jelinek / Inszenierung von Stefan Otteni / Staatstheater Nürnberg

11. November 2009

Plusling

Weisheit der Straße

9. November 2009

Neuköllner Blumen



es regnet (asiatische Weisheit)

Heute am frühen Abend habe ich eine Nachbarin im Hof getroffen; eine junge Asiatin, die im Seitenflügel wohnt.
"Hallo! Na, was macht die Kunst? Kannst du davon leben? Ich bin ja auch Künstlerin. Ich habe hier an der UdK studiert, aber ich habe keine Galerie gefunden. Es gibt ja jetzt viele neue Galerien hier. Die haben wohl alle schon ihre festen Künstler. Wenn ich bei zwanzig Galerien anfrage, und man sagt zwanzig Mal "Nein!" zu mir, dann bin ich auch verletzt an meiner Seele. Einen schönen Abend noch."

8. November 2009

Die große gute Hexe und der kleine Wolf / Adaption*




Die große gute Hexe ging mit ihrem Raben Abrabra einmal auf einen großen, bunten Kunstmarkt. Überall auf dem Kunstmarkt ging es fröhlich und geschäftig zu. Trubel und Jubel wohin die große gute Hexe auch blickte. Hierhin und dorthin ließ sie sich von der Menge treiben. Es wurde gelacht, gehandelt und gekauft.

Nur ganz hinten, im allerentlegendsten Winkel des Marktes, stand stumm und traurig ein blasser kleiner Wolf mit einem Wagen voll bunter Papierblumen. Achtlos eilten die Menschen daran vorüber, niemand kaufte dem schüchternen Ding etwas ab. Da sagte der Rabe Abrabra zur großen guten Hexe: „Rrr rrr rrrh, der arme kleine Wolf tut mir leid. Ich bitte dich, große gute Hexe, sei eine gute Hexe und hilf dem armen kleinen Wolf. Rrrr rrh.“

„Na ja, mal sehen, was sich da tun lässt“, sagte die große gute Hexe und ging zu dem armen kleinen Wolf. „Na, Kleiner, warum bist du denn so traurig? Kannst du die Blumen nicht loswerden?“

„Nein, leider. Wer kauft schon im November Papierblumen? Die Jungs werden wieder ganz traurig sein. Wenn ich am Morgen kein Geld nach Hause bringe, dann kann ich kein Brot kaufen. Und ich habe noch sieben Jungs zu Hause.“

„Sieben Jungs?“

„Ja, sieben. Deren Väter sind alle schon vor langer Zeit gestorben und seit sieben Jahren mache ich nun solche Papierblumen, um für uns etwas zu verdienen. Aber es mag sie ja niemand“, sagte der kleine Wolf ganz traurig.

„Ich kann gar nicht verstehen, weshalb dir die Menschen die schönen bunten Blumen nicht abkaufen. Sie... Sie duften doch so herrlich“, sagte die große gute Hexe und wedelte mit ihrem großen Zauberstab.

„Sie duften? Wie sollten Papierblumen denn duften können?“, fragte der traurige kleine Wolf.

„Ja! Und wie sie duften!“, rief die große gute Hexe fröhlich. „Viel schöner als richtige Blumen! Mmmh! Ja, riechst du es denn nicht?“

„Ja, tatsächlich. Ja.“

Die Papierblumen dufteten wirklich. Das merkte nicht nur der kleine Wolf. Überall begannen die Menschen zu schnuppern. „Was duftet da?“, fragten sie untereinander. Und plötzlich sagte es einer dem anderen, dass das die Papierblumen des kleinen Wolfes wären. Alles, was Nasen und Beine hatte, eilte dem Winkel zu, wo der kleine Wolf stand. Die Künstler kamen gelaufen, die Kunstsammler kamen gelaufen, die Musiker kamen gelaufen, die Wachleute, die Mäzene, die Groupies, alle kamen angelaufen. Die Barfrauen ließen ihre Weingläser im Stich und die Fischweiber ihre gesalzenen Heringe; alle, alle drängten sich kauflustig um den Papierblumenwolf. Selbst der berühmte Maler kam hinzu. Und weil er zuallerletzt gekommen war, stellte er sich auf die Zehenspitzen und formte die Hände zu einem Trichter und rief: „Hallo Blumenwolf, hier ist der berühmte Maler, hebe mir unbedingt ein paar Blumen auf! Eine wenigstens für mich!“

„Nein, nein, keine Extrawürste! Auch nicht für den berühmten Maler!“, riefen die anderen.

„Wir kaufen gefälligst der Reihe nach. Wer zuerst kommt, der wird zuerst bedient.“

„Ja, einer nach dem anderen.“

„Drängen Sie doch nicht so.“

„Ich dränge doch gar nicht. Ich werde doch selbst gedrängt.“

„He! Sie da! Stellen Sie sich gefälligst hinten an!“

„Ich war doch schon vor Ihnen da! Sie haben mich ja zurückgedrängt.“

„Unglaublich, die Leute! Was die heutzutage alles wollen. Erst wollen sie alles geschenkt, und dann wird man auch noch zurückgedrängt.“

„Au!“

„Au, Sie stehen auf meinem Fuß!“

Die Menschen drängten und schubsten sich; und der kleine Wolf verkaufte, verkaufte, verkaufte. Aber die Blumen im Blumenwagen gingen nicht aus. Sie reichten für alle Menschen, die kaufen wollten. Sogar für den berühmten Maler; der nahm gleich fünfzig Stück.

„Wie kommt es nur, dass die Blumen nicht alle werden?“, fragten die Menschen verwundert und steckten die Köpfe zusammen. Aber das wusste der kleine Blumenwolf ja selber nicht. Das hätte ihm höchstens die große gute Hexe erklären können. Die aber hatte sich längst mit dem Raben Abrabra davongeschlichen.

/* Adaption

Sonntag / alles voller Blumen hier








7. November 2009

Blumen bei Nachtundnebel


Blumen © Wolf Klein 2009

Heute. Der Wolf mit seinem Blumenwagen bei Nachtundnebel in Neukölln. Als Gast der CoachingCulture Gallery in der Alten Kindl-Brauerei.

Alte Kindl-Brauerei / Sudhaus / Werbellinstraße 50 / 12053 Berlin / 19 bis 24 Uhr

Die Lokation ist ganz toll, die Ausstellung ist ganz toll, und die Blumen sind super. Kommt alle. Freu mich.

Wär der Wolf nicht mit dem Blumenwagen in der Alten Kindl-Brauerei, würde er mehrmagda in den Toiletten besuchen. Das ist ganz toll. Die Kunst ist super.

5. November 2009

making of

Zwischenstand



der Blumenladen © Wolf Klein 2009

Blumen für's Filmfest.

4. November 2009

dem Wolf sein Wolf


Blumen in Arbeit / der Blumenladen © Wolf Klein 2009

So. Jetzt läuft es wieder, das coolste Filmfestival des Erdkreises. Gestern Abend war Eröffnungsfest im HKW. Der verhaltensauffällige Kasper vom andern Berliner Filmfest war auch da und hat so was wie 'ne Rede gehalten. Und einen lustigen Kurzfilm haben wir gesehen. Der Conny ihr Pony. Also filmisch ist das Machwerk endlangweilig und doof, aber das Hörstück von Gabriel Vetter ist 'n Knaller. Ich hatte viel Freude. Und man kann eigentlich prima zu Hause aufm Sofa sitzen, und muss nicht durch den Schneesturm ins Kino tapern, es ist nämlich vollständig online.

Damit dann am Ende auch alle glücklichen Kurzfilmpreisträger wunderschöne, sensationell endcoole Blumensträuße bekommen werden, muss der Wolf jetzt tagelang hier sitzen und sich die Finger blutig basteln. So ist das halt.

Falls jemand kein Kurzfilmemacher ist, und trotzdem mal wunderschöne, sensationell endcoole Blumen haben möchte, am Samstagabend ist der Wolf mit seinem Blumenwagen mal wieder in Neukölln. Bei Nachtundnebel. In der CoachingCulture Gallery im Sudhaus der Alten Kindl-Brauerei, Werbellinstraße 50, Neukölln. Von 19 bis 24 Uhr. Kommt alle! Kauft Blumen! Freu mich!

2. November 2009


Plus ist unser Zielpunkt


Ich bin doch jeden Tag wieder erstaunt darüber, was ich alles nicht weiß. Wie ich erst jetzt erfahren habe, gibt es in unserem kleinen, sympathischen Nachbarland so was Ähnliches wie Plus. Zielpunkt. Ohne die Kleinen Preise. Mit einem sprechenden Strumpf.

*/ Weisheit: Oliver Kahn

1. November 2009

K-Straße / Sonntag

Die Kurfürstenstraße und die Gegend drumrum gelten als neuer Geheimtipp für zeitgenössische Kunst und angesagte Galerien und so Zeug. Alle Zeitungen haben darüber geschrieben. Deshalb hat sich jetzt jemand gedacht, dann bringen wir die Kunst doch auch noch zu den Huren ins Schaufenster. Irgendwie sozial engagiert. Und dazu gibt es auch noch eine abstruse Rechenaufgabe. Love + Sex + Dreams : Emotionen = Kunst

In diesen Minuten wird die Ausstellung Kunst im Schaufenster eröffnet. Die Feierlichkeiten finden auf dem Parkplatz neben dem Hurenkaufhaus statt. Jemand von der Hausverwaltung spricht, und eine Kunsthistorikerin spricht, und eine Tänzerin tanzt eine Performance. Alle haben für dieses engagierte Projekt zusammengearbeitet; das Hurenkaufhaus, das Quartiersmanagement und die Hurenvereinigung. Und demnächst stehen dann an der Ecke die Migrationsbillighuren mit den abgeranzten Unterschichtsfreiern im intensiven Kunstdiskurs. Ich freu' mich drauf.

Und heute Nachmittag dann: Puff-Trödel mit Molly Luft - der große Trödelmarkt in Mollys kleinen Räumen. Von 16 bis 19 Uhr. Verkauft werden keine gebrauchten Huren, sondern Bilder, Schuhe, Dessous und Nippes. "Bei Molly ist der Bumms zu Hause!"

Die, laut Eigenwerbung, dickste Hure Deutschlands hat nach einer Kneipenpleite in Kreuzberg, einer schweren Darmkrebserkrankung, einer schweren Operation und dem Verlust von 40 Kilo Körpermasse ihre alte Berufung wieder aufgenommen und einen kleinen Hurenladen eröffnet. In der Körnerstraße, gleich hier bei mir in der Nachbarschaft. Sie wurde bekannt für ihre menschliche Wärme und ihre Billigpreise für Angebote aller Art. Spezialität: Facesitting mit künstlichem Darmausgang. Ab 30 Euro.

31. Oktober 2009

schön ist das nicht


Sonnenallee / das Imperium

30. Oktober 2009

Und hier sind die Bilder, die Herr Rodríguez nicht beim Wildlife-Fotowettbewerb eingereicht hatte.





29. Oktober 2009

Wolf erwischt



Die Zeitung schreibt: "Jahrelang hatte der spanische Fotograf José Luis Rodríguez diese Aufnahme eines Wolfes bei der Jagd vorbereitet. Er beobachtete die Orte, an denen die seltenen Tiere auf Beutezug gehen, suchte einen Platz für seine Kamera - und wartete Nacht für Nacht, bis einer der Wölfe durch die Infrarot-Lichtschranke sprang und die Kamera auslöste. Das Bild gewann nun den ersten Preis im Wildlife-Fotowettbewerb / Wildlife Photographer of the Year 2009"

27. Oktober 2009

"ICH WILL MEIN PLUS WIEDERHABEN !!!" / die Dresdner Bank könnt ihr behalten



Plus über debis, alles weg

Noch eine Zeitung hat über den Verlust der Warenwerte / der wahren Werte geschrieben. Im Wirtschaftsteil. Der Tod des Yes-Törtchens war scheinbar keinem bisher aufgefallen. Mir auch nicht.

Kurfürstenstraße